Gemeinsame Ausstellung
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Städtisches Museum Göttingen
(27.01.2008 bis 13.04.2008) -
Historisches Museum Hannover
(17.10.2007 bis 13.01.2008)
Skandal mit Ansage
Am 20. Juni 1837 starb König Wilhelm IV. von Großbritannien, zugleich König von Hannover. Während in London Königin Viktoria den Thron bestieg, galt in Hannover die männliche Thronfolge: Ernst August, Herzog von Cumberland, ein jüngerer Bruder Wilhelms und Onkel Viktorias, wurde der neue Monarch in Hannover. Er galt, wie sich schnell zeigte zu Recht, als äußerst konservativ. Am Tag nach seiner Ankunft in der neuen Residenz, am 29. Juni 1837, beurlaubte er die Ständekammer. Sie wurde im Oktober formell aufgelöst. Eine Woche später erließ er das »Julipatent", das eine Verfassungsrevision ankündigte. Es erregte großes Aufsehen in ganz Deutschland, und auch in Göttingen gab es besorgte Stimmen. Da aber im September in Anwesenheit des Königs sollte das hundertjährige Bestehen der Universität gefeiert werden sollte, wollte niemand den neuen Herrscher verärgern. Außerdem war das Verhältnis der Stadt zur Landesregierung seit den Unruhen vom Februar 1831 schwer belastet. Damals hatte einer der Anführer, der Privatdozent Johann von Rauschenplat, eine »freye und selbstgewählte" Ständeversammlung gefordert. Die Auständischen mussten sich jedoch schnell dem hannoverschen Militär beugen.
Sollte sich Göttingen auch in der Verfassungskrise des Jahres 1837 als unruhiges Pflaster erweisen?
(Arne Steinert)

