Gemeinsame Ausstellung
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Städtisches Museum Göttingen
(27.01.2008 bis 13.04.2008) -
Historisches Museum Hannover
(17.10.2007 bis 13.01.2008)
Ein König, sieben Professoren, zwei Welten
Mit seiner Verfügung vom 1. November 1837 erklärte König Ernst August das Staatsgrundgesetz von 1833 für "erloschen". Die Professoren der Göttinger Universität berieten daraufhin über mögliche Reaktionen, und Friedrich Christoph Dahlmann formulierte einen Protestbrief. Eher durch Zufall fanden sich sechs seiner Kollegen, die diese "Protestation" ebenfalls unterschrieben.
So wurden
der Historiker und Staatsrechtler Friedrich Christoph Dahlmann,
die Germanisten Wilhelm Grimm und Jacob Grimm,
der Staatsrechtler Wilhelm Eduard Albrecht,
der Orientalist Heinrich August Ewald,
der Literaturhistoriker Georg Gottfried Gervinus,
und der Physiker Wilhelm Weber
zu den "Göttinger Sieben".
Die Motive der Unterzeichner waren unterschiedlich. Für Dahlmann, der ja zu den "Vätern" der aufgehobenen Verfassung gehörte, war die Auseinandersetzung eine hochpolitische Angelegenheit. Den Brüder Grimm, Albrecht und Ewald ging es um sittliche Werte: Sie fühlten sich an ihren Diensteid auf die Verfassung gebunden und hielten es für unmoralisch, sich durch einen königlichen Verfassungsbruch entpflichten zu lassen. Bei Gervinus mag eine allgemeine Lust an Provokationen mitgespielt haben, und Weber wird wohl die volle Tragweite des Protestes nicht übersehen haben. Alle sieben waren jedoch angesehene Wissenschaftler und geachtete Bürger Göttingens. In ihrem Protest zeigten sie sich nun als mündige Staatsbürger.
König Ernst August jedoch verlangte Untertanen. Aus seinem Verständnis als Monarch von Gottes Gnaden hatte er schon als Thronanwärter das Staatsgrundgesetz abgelehnt. Dies diente ihm nun als Rechtfertigung für die Aufhebung der Verfassung.
(Arne Steinert)

