Gemeinsame Ausstellung

 

 

 

 

 

Das Ausstellungsprojekt

Hannover

16. Oktober 2007 bis 13. Januar 2008

Göttingen

27. Januar 2008 bis 13. April 2008

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Ein schicksalträchtiges Jahr, dieses 1837. Nicht nur, dass die Personalunion zwischen Hannover und Großbritannien zu Ende ging und das Königreich Hannover wieder von der Leine aus regiert wurde - der Regierungsantritt von König Ernst August begann auch mit einem regelrechten Eklat: Sieben Göttinger Professoren beschuldigten das neue Staatsoberhaupt des Verfassungsbruchs und wurden daraufhin mit Berufsverbot und Ausweisung bestraft.

Was war geschehen? König Ernst August hatte als eine seiner ersten Amtshandlungen das erst 1833 erlassene hannoversche Staatsgrundgesetz außer Kraft setzen lassen. Aber sein Versuch, mit der Rückkehr zur alten Verfassung von 1819 den Anspruch seine umfassende Macht als Monarch geltend zu machen, stieß auf heftigen Widerspruch: Am 18. November 1837 protestierten sieben Professoren der Göttinger Georg-August-Universität schriftlich gegen diesen Akt und rückten damit ins Licht der Öffentlichkeit.

Wer waren diese sieben Männer, denen König Ernst August mit der ganzen Strenge seiner Autorität entgegentrat? Und wie verlief der Protest, der bald in ganz Deutschland wahrgenommen wurde? Wie dachten der neue hannoversche König und seine Beamten, und woher rührte die Härte ihrer Maßnahmen? Und nicht zuletzt: wie verhielten sich die Menschen im Königreich, in der Hauptstadt und in der Universitätsstadt Göttingen? Die facettenreiche Ausstellung "Sieben gegen den König . . ." vereint zahlreiche zeitgenössische Gemälde und Graphiken sowie kostbare Kunst- und Gebrauchsgegenstände, die z.T. erstmals öffentlich zu sehen sein werden. Rauminszenierungen und Medienangebote verdeutlichen die Auseinandersetzungen, die vor 170 Jahren um Staatsverfassungen und Treueschwüre geführt wurden.

Die Schau charakterisiert die sieben Professoren und ihre durchaus unterschiedlichen Motive, gegen den König zu opponieren. Sie fängt die Atmosphäre der Universitätsstadt Göttingen ein und zeigt, wie Studenten mit ihren Schreibfedern, schnelle Postreiter, Schriftsetzer und Drucker die Protestation der Sieben Professoren in ganz Europa zu einem Medien-Ereignis machten. Auch König Ernst August - "von Gottes Gnaden" - wird vorgestellt und mit ihm die Residenzstadt Hannover, die nach 123 Jahren Abwesenheit des Landesherrn erst allmählich wieder zum Macht- und Regierungszentrum des welfischen Königreiches wurde.

Die Göttinger Sieben wurden verteufelt und verklärt; diktatorische Regime vereinnahmten sie für sich, und in der demokratischen Bundesrepublik setzte man ihnen erneut ein Denkmal.[1 Vgl. dazu: Citekey not foundSaage-Maaß 2007 ] Die achtzehn Physiker, die sich 1957 gegen die Atombewaffnung der Bundeswehr aussprachen, stellten sich mit ihrer "Göttinger Erklärung" in die Tradition der Sieben. Auch diese vielfältigen, jeweils zeitgebundenen, gelegentlich auch widersprüchlichen Nachwirkungen des Protestes von 1837 werden in der Ausstellung beleuchtet.

In diesem Ausstellungsprojekt arbeiten das Historische Museum Hannover und das Museum Göttingen eng zusammen.

Die Schau wird am 16. Oktober 2007 feierlich im Landtag durch Landtagspräsident Jürgen Gansäuer eröffnet und bis zum 13. Januar 2008 im Historischen Museum Hannover gezeigt. Am 23. Januar 2008 ist sie dann im Göttinger Museum zu sehen.